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Ägypten: Das geheimnisvolle Grab des Wesirs
Die Archäologen stießen auf ein Rätsel: In Sakkara, 35 Kilometer von Kairo entfernt, entdeckten sie ein Grab des Wesirs Uni, der um 2200 Chr. König Pepi I. diente — und später ein zweites Grab des Würdenträgers. In Abydos, etwa 400 Kilometer entfernt.
Tutanchamun, Neues aus dem Grab
Da bei der Eröffnung des Großen Ägyptischen Museums 2020 die gefundenen Grabbeigaben zusammen ausgestellt werden sollen, transportieren Arbeiter einen Streitwagen und Ritualbetten vorsichtig nach Gizeh. Doch bevor es so weit ist, muss noch eine wichtige Frage geklärt werden: Gehören die Reichtümer wirklich Tutanchamun? Denn hinter dem Blattgold seines Sargs verbergen sich Zeichen einer weiblichen Regentin. Die Aufzeichnungen argumentieren, dass es sich dabei um Meritaton handelt, Tutanchamuns ältere Schwester. Bevor dieser an die Macht kam, hat sie nach dem Tod des gemeinsamen Vaters regiert und Ägypten aus der Schwäche gerettet. Weiterhin soll sie in ihrer kurzen, vergessenen Amtszeit einen prachtvollen Schatz zusammengestellt haben, den Pharao Tutanchamun dann für den seinen erklärte. Aber auch andere Indizien weisen darauf hin, dass nicht alle Schätze der Kammer für den Herrscher gedacht waren. Drei renommierte Forscher teilen ihre Meinungen zu einer der erstaunlichsten archäologischen Entdeckungen der Neuzeit.
Der Freigeist – Carl Maria von Weber
Als Kind reisender Schauspieler lernte er früh, wie Klänge Menschen bewegen können. Diese Kraft durchdrang später seine Opern, Lieder und Instrumentalwerke. Blick in die Welt von Carl Maria von Weber († 1826, „Der Freischütz“,: Spielszene).
Gustave Charpentier: Louise
Louise, eine junge Näherin, sehnt sich nach der großen Freiheit der Großstadt. Entschlossen, sich von ihrer sie unterdrückenden Familie zu lösen, zieht sie nach Paris, um dort ihre Liebe zu Julien, einem mittellosen Poeten, auszuleben. Doch so befreiend der Aufbruch auch ist, so sehr überschatten Schuldgefühle gegenüber ihren Eltern und der Druck gesellschaftlicher Erwartungen ihr Glück. Die Oper ʺLouiseʺ in vier Akten und fünf Bildern von Gustave Charpentier (1860-1956) wurde an der Opéra-Comique in Paris 1900 uraufgeführt. Trotz des ursprünglichen Sensationserfolgs stießen die Darstellung weiblicher Lust und die Auflehnung der Heldin gegen ihre Familie auf Kritik. Christof Loy, bekannt für seine detailreiche Dramaturgie, präzise Schauspielregie und klare Ästhetik, entdeckt hinter dem fortschrittlichen Thema der weiblichen Emanzipation eine unausgesprochene Ebene in Charpentiers Libretto: die toxische Familienbeziehung, in der Louise gefangen ist, und den Einfluss ihres besitzergreifenden – ja teils missbräuchlichen – Vaters, der dabei von ihrer Mutter gedeckt wird. Loy strebt eine vorurteilsfreie Inszenierung der Figuren an und lässt dabei das Publikum in Louises Unterbewusstsein eintauchen. Gleichzeitig beleuchtet er die Schattenseiten einer Gesellschaft, die jungen Frauen keine Selbstverwirklichung, sondern nur oberflächliche Romanzen in einem Leben frustrierender Perspektivlosigkeit bietet. Die Sopranistin Elsa Dreisig tritt in dieser Inszenierung des Festivals von Aix-en-Provence mit brillanter Besetzung auf. Aufzeichnung vom 11. Juli 2025 im Théâtre de l'Archevêché in Aix-en-Provence
Schmetterlinge!!! Superhelden der Natur
Sie tragen so fantasievolle Namen wie Morpho, Admiral, Totenkopfschwärmer oder Tagpfauenauge: rund 200.000 unterschiedliche Schmetterlingsarten flattern über unseren Planeten. Es gab sie bereits zu Zeiten der ersten Dinosaurier, und im Laufe von 200 Millionen Jahren eroberten sie nahezu alle Lebensräume der Erde. Die so zerbrechlich wirkenden Insekten sind in Wirklichkeit kraftstrotzende Superhelden. Da wäre zum einen ihre Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling. Weniger bekannt hingegen ist ihre hohe Widerstandskraft: Sie trotzen sowohl eisigen Temperaturen als auch brütender Wüstenhitze. Und: Einige Schmetterlingsarten sind wahre Flugkünstler. Die federleichten Insekten legen zum Teil Tausende von Kilometern in ihr Winterquartier zurück. Faszinierende Einblicke in die Welt dieser robusten und reiselustigen Superhelden der Natur.
28 Minuten
"" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. Montags bis donnerstags moderiert von Élisabeth Quin, freitags und samstags von Renaud Dély. Moderation: Elisabeth Quin Kommentiert von: Benjamin Sportouch Anna N'Diaye Marie Bonnisseau Xavier Mauduit.
Europas große Filmpaläste
Das Nationale Filmtheater Uránia in Budapest wurde in einer Zeit eröffnet, als das Kino noch in den Kinderschuhen steckte. Um die Jahrhundertwende wurden hier die ersten Filme gezeigt. Von dem deutschen Architekten Henrik Schmahl 1896 als Varieté Theater erbaut, gilt dieser Filmpalast bis heute als architektonisches Wahrzeichen der Donaumetropole. Die Fassade, die Foyers und der große Saal im Stil der maurischen Architektur machen dieses Kino zu einer Stilikone des späten 19. Jahrhunderts. Betrieben von der Budapester Uránia, einer wissenschaftlichen Gesellschaft, wendet sich das Varieté Theater an ein breites Publikum. Auch Künstlerinnen und Künstler treten weiterhin auf. Für die Tänzerin Isadora Duncan beginnt hier ihre Weltkarriere. Heute ist es die erste Kinoadresse in Ungarn. Nationale und internationale Filmstars und Regisseure feiern hier Premieren. Mit 425 Plätzen ist das Uránia einer der ältesten vollständig erhaltenen Filmpaläste Europas.
Die neue Hand – Geschichte einer Transplantation
Nach einer Blutvergiftung müssen der Finnin Arja Ahtaanluoma beide Arme und Beine amputiert werden. Trotz Prothesen bleibt ihr Alltag stark eingeschränkt; sie ist rund um die Uhr auf Unterstützung angewiesen. Eine Handtransplantation könnte ihr ein Stück Selbstständigkeit zurückgeben – doch der Eingriff ist hochkomplex, risikoreich und wird in Europa bislang nur selten durchgeführt. In Indien werden Handtransplantationen seit 2015 praktiziert. Dort wurden Shreya Siddanagowder als erster Frau weltweit die Unterarme von einem männlichen Spender transplantiert. Arja nimmt Kontakt zu ihr auf, um mehr über den Ablauf der Operation und das Leben nach der Transplantation zu erfahren. Betroffene müssen lebenslang Medikamente gegen Abstoßungsreaktionen einnehmen und eine intensive Reha durchlaufen. Bei Shreya zeigen sich nach dem Eingriff unerwartete Veränderungen: Die anfangs dunkleren, männlich wirkenden Hände werden mit der Zeit schlanker, und der Hautton nähert sich ihrem an. Heute führt sie ein normales Leben. In Finnland ist das Team um Jorma Ryhänen bereit, Arjas Handtransplantation zu wagen. Über sechs Jahre wird jeder Schritt minutiös geplant – von der Operation bis zur Nachsorge. Bei der Transplantation werden Knochen, Muskeln, Gefäße und Nerven miteinander verbunden. Ob es dazu kommt, entscheidet sich jedoch erst mit einem passenden Spender. Denn nur, wenn alle Faktoren übereinstimmen, kann der Eingriff stattfinden. Als schließlich eine passende Spenderhand für Arja gefunden wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
42 – Die Antwort auf fast alles
? Wer wir sind – ist das Schicksal? Die Suche nach dem Kern des menschlichen Wesens ist alt: Während die Antike den Charakter in Körpersäften wie Galle und Schleim zu finden glaubte, versuchte die Phrenologie des 19. Jahrhunderts, Eigenschaften an der Form des Schädels abzulesen. Inzwischen blickt die Wissenschaft tiefer. Persönlichkeit wird als dynamisches Zusammenspiel aus Genetik, neuronalen Netzwerken, sozialen Beziehungen und Umweltbedingungen verstanden. In der modernen Psychologie dominiert das Big-Five-Modell. Es beschreibt uns anhand von fünf Dimensionen: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus. Doch wie viel Spielraum haben wir innerhalb dieser Koordinaten? Die Psychologieprofessorin Wiebke Bleidorn von der Universität Zürich erforscht, ob sich Neurotizismus gezielt per App reduzieren lässt. Dabei ist der Mensch kein isoliertes Projekt. "Die Bedeutung sozialer Einflüsse kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden", betont Franz Neyer von der Universität Jena. Unsere Umwelt fungiert als unsichtbarer Architekt unserer Identität. Zwischen dem biologischen Erbe und dem Wunsch nach Optimierung stellt sich die Frage: Wie viel von unserem Ich können wir tatsächlich selbst gestalten – und wo liegen die Grenzen der Selbsterfindung?
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