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Der Ölschock von 1973 – Autofreie Sonntage
Mit der Kutsche, dem Fahrrad oder zu Fuß auf der Autobahn unterwegs? Für viele Deutsche rufen diese Bilder nostalgische Erinnerungen an eine Reihe von vier autofreien Sonntagen im November 1973 hervor. Nach der ersten Ölkrise, die die westliche Welt erschüttert, ordnet die Bundesrepublik ein Sonntagsfahrverbot an. Ausgelassen feiern die Bürgerinnen und Bürger diese Tage inmitten einer wirtschaftlichen Krise. Im Herbst 1973 überfallen ägyptische und syrische Truppen Israel. Besonders die Vereinigten Staaten stehen ihrem Verbündeten im sogenannten Jom-Kippur-Krieg zur Seite. Als Reaktion auf die Unterstützung der USA verhängen die arabischen erdölexportierenden Staaten ein Ölembargo gegen Washington und verkünden zudem, dass sie die Fördermenge reduzieren werden. Das führt zu einem Ölschock und zwingt die Regierungen des Westens zum Energiesparen. Für manche beginnt mit der Ölkrise auch ein neuer Lebensabschnitt: Andreas Nemitz wohnt auf dem Land – kilometerweit von öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt. Kurzerhand kauft er ein Pferd. Als das Fahrverbot endet, behält er die Stute samt Kutsche und macht ein Geschäft daraus. Die Ölkrise von 1973 entpuppt sich als Zäsur. Der wirtschaftliche Nachkriegsboom findet ein jähes Ende. Die Umweltbewegung erhält immer mehr Zulauf, und es entwickelt sich ein neues Bewusstsein für Ressourcenverbrauch, Konsum und daraus resultierende Umweltschäden.
Mit offenen Augen
Im Oktober 2025 gingen ungewöhnliche Aufnahmen des London-Besuchs von 40 Sumo-Kämpfern um die Welt, auf denen sie lächelnd vor dem britischen Parlament oder am Tresen eines Pubs zu sehen waren. Hinter diesen Bildern verbirgt sich eine bestens eingespielte diplomatische Inszenierung, die sich als Aushängeschild der guten Beziehungen zwischen London und Tokio versteht. Ryan Pierse hielt das Event für Getty Images fest und erzählt, was hinter den Kulissen vor sich ging. Yves Cadot-Daunizeau, Dozent für japanische Sprache und Zivilisation, erläutert, wie Japan diese jahrhundertealte Tradition als Teil seiner Soft Power nutzt. Moderation: Sonia Devillers.
28 Minuten
"" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. Montags bis donnerstags moderiert von Élisabeth Quin, freitags und samstags von Renaud Dély. Moderation: Elisabeth Quin Kommentiert von: Benjamin Sportouch Anna N'Diaye Marie Bonnisseau Xavier Mauduit.
Tanger – Stadt der Träume
Tanger zog Abenteurer und Schriftsteller wie Paul Bowles und William S. Burroughs an, aber auch die Reichen und Schönen, darunter die Woolworth-Erbin und damals reichste Frau der Welt, Barbara Hutton, deren ausschweifende Feste legendär waren. Käuflicher Sex war ebenso selbstverständlich verfügbar wie harte Drogen. In den 1960er Jahren waren es die Rolling Stones, später Modedesigner und Filmemacher, die sich in die Stadt verliebten. Sie alle haben in Tanger ihre Spuren hinterlassen. Araber, Perser, Juden, Franzosen, Spanier, Engländer und Amerikaner hatten hier schon ihr Glück gesucht – und so das Stadtbild über die Jahre mit einer Mixtur der Kontraste geprägt. Die Dokumentation taucht ein in die Stadt der unzähligen Geschichten: Zu Wort kommen Rachid Taferssiti, ein Chronist, der seiner Stadt leidenschaftlich verfallen ist, der Kunsthändler Majid Rais El Fenni, der als 16-Jähriger auf den Partys der Jetset-Ikone Barbara Hutton arbeitete, der Theaterregisseur und Schriftsteller Zoubeir Ben Bouchta, der eng mit Paul Bowles zusammengearbeitet hat, sowie die Schauspielerin Soumayah Akaaboune, die 2014 aus Hollywood in ihre Heimatstadt zurückkehrte. Sie alle beschreiben die magische Anziehungskraft Tangers aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.
360° Reportage
Der Feigenkaktus, dessen Name aus der aztekischen Sprache stammt, ist nicht allein in seinem Hauptanbaugebiet Mexiko in aller Munde. Er landet nicht nur traditionell in Salaten und zahlreichen anderen Gerichten oder dient nur als Futtermittel in der Landwirtschaft. Consuelo Lara möchte mit ihrer Kooperative ein Öko-Superfood mit regionalem Herkunftslabel daraus machen. Die Jungunternehmer Adrián López und Marte Cázarez nutzen eine weitere Qualität: Sie verarbeiten Nopal als Lederalternative.
Küchen der Welt
(1): Abuñuelada-Auberginen, eine arabische Spezialität aus Andalusien Die Sonne Andalusiens bietet optimale Bedingungen für den Auberginenanbau und die Gewinnung von "Zuckerrohr-Honig". In Córdoba, der ehemaligen Hauptstadt des Emirats Al-Andalus, verschmelzen beide zu einem köstlichen Gericht. Journalist Arnaud Théry lässt sich von Küchenchef Paco Morales in die Geheimnisse des geschichtsträchtigen Rezepts einweihen. Aber was ist eigentlich Al-Andalus, und woher stammt die Aubergine? Geograf und Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard kennt die Antworten und erzählt die Geschichte des arabischen Andalusiens. (2): Nostalgiegeschmack: Inma, eine Andalusierin in Schottland Inma und ihr Mann stammen aus Andalusien und leben im schottischen Edinburgh. Inma liebt Kartoffel-Tortillas und Tapas, die sie gerne mit den Schülern ihrer Flamenco-Schule teilt. Auch wenn ihr die alte Heimat manchmal fehlt, fühlt sich Inma in der schottischen Hauptstadt nach wie vor sehr wohl. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Abuñuelada-Rezept, das sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! Rezept für die Abuñuelada-Aubergine Ein Beignet und eine Aubergine – mehr braucht es nicht für einen exzellenten Aperitif. Der Beweis: dieses Rezept! Zutaten für 10 Beignets: 1 große Aubergine 10 neutrale Beignets 15 cl Balsamicoessig Olivenöl Salz, Pfeffer Zubereitung: Auberginenhaut unter regelmäßigem Wenden von allen Seiten grillen (auf der Gasflamme oder bei 220°C im Ofen auf Grillfunktion). Anschließend Schale entfernen und Fruchtfleisch zurückbehalten. Fruchtfleisch in ein Spitzsieb legen, beschweren und drei Stunden lang austropfen lassen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Olivenöl würzen. Fein mixen. In einem kleinen Topf Balsamico reduzieren, bis der Essig dickflüssig wird und sich in einen zähen Sirup verwandelt. Beignets leicht anwärmen, mit Auberginencreme bestreichen und etwas Balsamico darüber tröpfeln. Moderation: Pierre Raffard.
Stadt Land Kunst
Vietnam: Marcelino Truongs Kindheitserinnerungen; Wenn La Martinique ein Baum wäre; In Costa Rica: Duñas Gemüsereis; Spanien: Ein vielversprechender Karrierestart. Vietnam: Marcelino Truongs Kindheitserinnerungen Wenn La Martinique ein Baum wäre In Costa Rica: Duñas Gemüsereis Spanien: Ein vielversprechender Karrierestart (1): Vietnam: Marcelino Truongs Kindheitserinnerungen Marcelino Truong musste als Kind aus Vietnam fliehen. In seiner Graphic Novel "Ein schöner kleiner Krieg – Saigon 1961-1963" zeichnet er die Geräusche und Gerüche seiner Heimat nach: In Sepiatönen erzählt er von Erinnerungen an seine Kindheit in Saigon, die er mit den Schrecken des Vietnamkriegs verwebt. Er stellt persönliche Erlebnisse in politische Zusammenhänge, die ihm damals noch nicht bewusst waren. Außerdem hinterfragt er seine kindliche Vorstellung von Gut und Böse und drückt seine Hoffnung auf Frieden aus. (2): Wenn La Martinique ein Baum wäre Der Kapokbaum, auch Wollbaum genannt, hat sich tief in die ereignisreiche Geschichte der Vulkaninsel La Martinique eingeschrieben. In der kreolischen Kultur, die sich nach der Abschaffung der Sklaverei bildete, ist der Kapokbaum ein wichtiger Bestandteil des lokalen Glaubens. Seine Blätter und Äste finden Verwendung in Ritualen, sie werden verehrt oder gefürchtet. Der Baum lässt niemanden gleichgültig, er beeinflusst die Geister und Gemüter – und die Straßen. (3): In Costa Rica: Duñas Gemüsereis In Tablazo de Acosta bereitet Duña ein typisches Frühstück zu: Für das Gallo Pinto brät sie Zwiebeln und Paprika an, dann fügt sie schwarze Bohnen, Reis und scharfe Soße hinzu. Als Beilage serviert Duña Maistortillas, gebratene Bananen – und dazu eine Tasse der Kaffeesorte, die von ihrer Familie angebaut wurde. (4): Spanien: Ein vielversprechender Karrierestart In der spanischen Stadt Teruel sind noch heute Spuren aus dem Bürgerkrieg zu sehen. Im Winter 1937/1938 riskierten Kriegsreporter tagtäglich zwischen Bomben und Gewehrsalven ihr Leben. Einer von ihnen war einer der größten Spione des 20. Jahrhunderts …
Stadt Land Kunst
Ghana: James Barnor, Fotograf der Unabhängigkeit; Harlem: Blüte afroamerikanischer Kunst; Hamburg: Noras Finkenwerder Scholle; Korsika: Streit der Philosophen. Ghana: James Barnor, Fotograf der Unabhängigkeit Harlem: Blüte afroamerikanischer Kunst Hamburg: Noras Finkenwerder Scholle Korsika: Streit der Philosophen (1): Ghana: James Barnor, Fotograf der Unabhängigkeit Stolz, lebhaft und bunt ist das Ghana, das James Barnor in seinen Farbfotos für die Nachwelt festhielt. Als Barnor 1929 geboren wurde, war Ghana noch die britische Kronkolonie Goldküste. Der junge Mann begann als Studiofotograf, dokumentierte aber schon früh den beschwerlichen Weg seines Landes in die Unabhängigkeit, der 1957 endete. Der Künstler mit der Kamera wurde zum Chronisten seiner Zeit. Jahrzehntelang war Barnor in Vergessenheit geraten. Heute erinnert man sich an ihn als einen Pionier der Fotografie aus Ghana. (2): Harlem: Blüte afroamerikanischer Kunst Jazz erklingt in Harlem seit über einem Jahrhundert. In den 1920er Jahren brachte diese Musik wie keine andere die widersprüchlichen Erfahrungen der afroamerikanischen Community zum Ausdruck – zwischen Desillusion einerseits und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft andererseits. So wurde der Jazz Teil der Harlem-Renaissance – einer unerhört kreativen Kunstbewegung, die Musik, Literatur und Malerei erfasste. Der Stil prägte den New Yorker Stadtteil und machte ihn von 1910 bis 1940 im Amerika der Rassentrennung zum Versuchslabor für Tausende schwarze Künstlerinnen und Künstler. (3): Hamburg: Noras Finkenwerder Scholle Zum Hochzeitstag der Hamburgerin Nora gibt es ein Gericht, das nach einer ehemaligen Elbinsel der Hansestadt benannt ist: Finkenwerder Scholle. Nora beträufelt die Fischstücke mit Zitrone und wendet sie in Mehl. Dann werden sie in Butter schön goldgelb gebraten. Als Beilage gibt es einen Kartoffelsalat mit Essiggurken, Rettich und selbst gemachter Mayonnaise. Das Tüpfelchen auf dem i: Auf den Fisch kommt eine Mischung aus Speck und gedünsteten Schalotten. (4): Korsika: Streit der Philosophen 1755 begann ein neues Kapitel in der Geschichte Korsikas: Die Insel wurde unabhängig. In Corte schrieb man an einer Verfassung im Geiste der Aufklärung und hoffte dabei auf die Hilfe Jean-Jacques Rousseaus. Doch dessen Erzrivale Voltaire wollte diese Pläne durchkreuzen …
Auf alten Gleisen durch Europas Osten
Mehr als sechs Stunden braucht die Rhodopenbahn, die letzte bulgarische Schmalspurbahn, von Septemwri nach Dobrinischte und zurück. Sie schlängelt sich in über 1.200 Meter Höhe vorbei an kleinen Minaretten, orthodoxen Kirchen, verlassenen Bahnübergängen und atemberaubenden Landschaftskulissen. Die Rhodopen und das anliegende Pirin-Gebirge an der bulgarisch-griechischen Grenze gelten als Artenvielfalt-Hotspot Europas, denn nirgends sonst gibt es auf so kleiner Fläche so viele verschiedene Vogel-, Säugetier-, Insekten- und Pflanzenarten. Sogar einer der größten Greifvogel Europas, der fast ausgestorbene Mönchsgeier mit einer Flügelspannweite von fast drei Metern, gleitet hier durch die Luft. Auch der höchste Berg der Umgebung, der Große Perelik mit seinem über 2.000 Meter hohen Gipfel ist aus dem Zugfenster zu beobachten. Am Fuße des Wichren, dem höchsten Gipfel des Pirin-Gebirges, nahe dem Zielort des Zuges, liegt der älteste Nationalpark Bulgariens, der Nationalpark Pirin. Die bulgarische Regierung wollte die Strecke der Rhodopenbahn schon oft stilllegen, doch die Bevölkerung setzte sich mit ganzer Kraft für ihren Erhalt ein. Die Strecke hat nicht nur Tradition, sie ist für viele Anwohnerinnen und Anwohner der landwirtschaftlich geprägten Gegend das einzige Verkehrsmittel und damit auch die einzige Verbindung zur Außenwelt, denn Autos gibt es nur wenige. Die Dokumentation begleitet entlang der Gleise das Leben verschiedener Menschen der Region, die seit jeher eng durch den alten Zug verbunden sind.
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