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Die große Sause
1943, im besetzten Frankreich. Die Nazis schießen auf ein englisches Flugzeug. Drei Insassen können sich per Fallschirm retten und landen mitten in Paris. Stanislas Lefort, der eitle Stardirigent der Pariser Oper, und der unbedarfte Malermeister Augustin Bouvet helfen den von den Deutschen verfolgten Briten und werden so unfreiwillig zu Helden des Widerstands. Als das britisch-französische Quintett versucht, in die freie Zone zu gelangen, fallen sie den Deutschen in die Hände, erhalten aber auch Hilfe von einer cleveren Nonne und der Tochter eines Puppenspielers… Einer der lustigsten Filme mit Louis de Funès, dem mit Bourvil und dem Briten Terry-Thomas zwei weitere Top-Komiker zur Seite stehen. „Drei Bruchpiloten in Paris“ (so der deutsche Alternativtitel) hielt in Frankreich mit 17 Millionen Besuchern lange den Zuschauerrekord. Der wurde erst 1997 gebrochen – durch „Titanic“. Als erfolgreichste französische Produktion löste den Film erst 2008 „Willkommen bei den Sch’tis“ ab.
Macbeth
Regisseur Justin Kurzel („Assassin’s Creed“) interpretiert Shakespeares Bühnenklassiker neu – bildgewaltig und blutrünstig. Für die Wandlung des Heerführers (Michael Fassbender) zum mordlüsternen Tyrannen gab es bislang nur eine Erklärung: Seine Frau (Marion Cotillard) hat ihn gedrängt, den schottischen König zu ermorden. Doch warum hat sich der Vasall so leichtfertig zu dieser Bluttat verleiten lassen? Regisseur Kurzel hat dafür eine Erklärung gefunden: Nach der grausamen Schlacht gegen Rebellenführer Macdonald leidet unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Noch plausibler wird das Mordkomplott durch eine entscheidende Änderung gegenüber Shakespeares Original: Lady und ihr Mann betrauern den Tod ihres Kindes. Um den Schmerz zu überwinden, beschließen sie, die Weissagungen der Hexen („Heil dir, , dem künft’gen König“) in die Tat umzusetzen… Stilisierte Schlachtszenen, blutrote Nebelschwaden, düstere Landschaften – die martialischen Bilder erinnern nur entfernt an klassische Theateraufführungen. Michael Fassbender verkörpert den unter Wahnvorstellungen leidenden Despoten mit gedämpftem Furor. Doch für die größere Sensation sorgt Marion Cotillard als Lady , die den Zuschauer tief in die seelischen Abgründe ihrer Figur blicken lässt.
Europa
Ein Frühwerk Lars von Triers („Dancer in the Dark“). Die Kamera rast Schienen entlang, die Stimme eines Hypnotiseurs erklingt. Dann sind wir in Frankfurt am Main, es ist 1945. Der deutschstämmige New Yorker Leopold Kessler (Jean-Marc Barr) tritt eine Stelle als Schlafwagenschaffner an. Er trifft auf Katharina (Barbara Sukowa) und Larry Hartmann (Udo Kier), Sprösslinge eines Eisenbahnbarons. US-Oberst Harris (Eddie Constantine) bittet Kessler, im Zug nach „Werwölfen“ Ausschau zu halten – unheimlichen Nazi-Partisanen… Im Stil eines 40er-Jahre-Opus inklusive schwelgerischer Musik und schlechter Rückprojektionen unternimmt Lars von Trier (im Film als „der Jude“ dabei) eine teils skurrile, teils schockierende Reise in die „deutsche Nacht“. Ins elegante Schwarz-Weiß mischt er dabei (à la „Sin City“) meisterhaft Farbeffekte.
Carlito's Way
Ex-Knacki Al Pacino will raus aus dem Milieu. Gangsterballade von Brian De Palma. „Euer Ehren, meine wilde Zeit ist für immer vorbei!“ Carlito Brigante (Al Pacino), puertoricanischer Ex-Drogendealer, beschwört das Berufungsgericht mit einem innigen Plädoyer. Laufen gelassen wird er zwar nur wegen eines Verfahrensfehlers, aber mit der Bürgerlichkeit meint er es ernst. Carlito übernimmt den Geschäftsführerposten eines Nachtclubs, der Laden brummt, und dann erobert er sogar das Herz von Gail (Penelope Ann Miller). Nur: Sein Jugendfreund Kleinfeld (Sean Penn) sitzt in der Scheiße. Der Advokat hat die Kohle eines Mafia-Bosses unterschlagen. Und Carlito schuldet ihm noch einen Gefallen… Regisseur Brian De Palma („Dressed to Kill“) verblüfft wie in seinen früheren Werken mit einem fulminanten Showdown: „Gewalt soll in die Eingeweide gehen und die Zuschauer wie einen Schlag treffen“, so der Filmemacher zu seiner Vorstellung von Action.
Bruce Lee – Die Todesfaust des Chen Li
Bahnbrechend: Mit diesem Eastern avancierte Bruce Lee zur Kultfigur des Martial-Arts-Genres. Cheng (Bruce Lee) findet in einer Eisfabrik in Bangkok einen Job. Der junge Mann kommt zwar vom Lande, ist aber nicht auf den Kopf gefallen. Cheng und seine Kollegen entdecken, dass nicht Eis, sondern Drogen für den Umsatz sorgen. Prompt sollen die Mitwisser abserviert werden. Zeit für Cheng, die Todesfaust einzusetzen… Die Inszenierung ist zwar recht hölzern und blutig, doch die perfekt choreographierten Kampfszenen verhalfen dem Ex-Philosophie-Studenten Bruce Lee zum Durchbruch.
Twin Peaks – Der Film
David Lynch erzählt in diesem Mysterythriller die Vorgeschichte zu seiner Kult-TV-Serie. David Lynchs Serie „Twin Peaks“ erreichte Anfang der 90er-Jahre Kultstatus. Selbst Fernsehmuffel ließen sich von den geheimnisvollen Vorgängen in der Kleinstadt „Twin Peaks“ berauschen. Der Kinofilm entstand nach der Serie und erzählt die Vorgeschichte zu Laura Palmers Tod: Zwei FBI-Agenten untersuchen einen Frauenmord. Auch der von ihnen um Hilfe gebetene Top-Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) wird aus der seltsamen Mischung von kauzigen Zeitgenossen und abstrusen Umständen nicht schlau. Derweil nimmt im Städtchen Twin Peaks das Schicksal der Laura Palmer (Sheryl Lee) seinen Lauf. Die Schülerin führt ein Doppelleben und verdingt sich als Gelegenheitsprostituierte, bis sie einer Bestie zum Opfer fällt… In Gastauftritten: David Bowie, Chris Isaak und Jürgen Prochnow. Lynch selbst spielt den schwerhörigen FBI-Chef Cole.
Bronson
Hartes Gewaltdrama von „Drive“-Regisseur Refn über einen notorischen Gewalttäter. Michael Peterson (Tom Hardy) will sich einen Namen machen – wie, ist ihm egal. Bekannt wird der notorische Regelbrecher mit dem Hang zur Selbstinszenierung als „Charles “. Mit unzähligen Prügeleien verdient er sich den Ruf, der „gefährlichste Gefangene Englands“ zu sein. Seit er für einen Überfall 7 Jahre einfuhr, ist er im Krieg mit der Welt und teilt aus… Hardy ist als gewalttätiger Narzisst in seiner eigenen Einpersonenshow ein Ereignis. Refns schonungslose, stark stilisierte Psychostudie erinnert zeitweise an Kubricks „Uhrwerk Orange“.
Scream 4
Horror, der elf Jahre nach „Scream 3“ entstand. 15 Jahre nach den Maskenmannmorden im Städtchen Woodsboro kehrt die Überlebende Sidney (Neve Campbell) zurück, um für ihre Buchbiografie zu werben. Während lokale Teens ein Schlitzerfilmfest veranstalten, geht erneut ein Killer mit Geistermaske um… „Diese ganze Folterpornokacke“ oder „kleine asiatische Geistermädchen“ können Regisseur Wes Craven und Autor Kevin Williamson gestohlen bleiben, weshalb sie ihre Figuren über „Saw“, „Ring“ usw. lästern lassen. Etwas wohlfeil, denn dem Duo, das 1996 mit „Scream“ klassische Slasherfilme genial persiflierte, fällt außer kleinen Spitzen gegen Facebook und YouTube nichts Neues ein. Nach müdem Auftakt wird es leidlich spannend, doch das Finale ist so vorhersehbar wie dusselig. Auch Jungstars wie Hayden Panettiere („Heroes“) und Emma Roberts machen die olle Story nicht frischer.
Die Unbestechlichen
Brian De Palma drehte ein starbesetztes Kriminalepos über die Jäger Al Capones. Chicago zur Prohibitionszeit. Al Capone (Robert De Niro) verdient sich mit Alkoholschmuggel eine goldene Nase. Um sein Imperium zu verteidigen, schreckt der Verbrecher vor nichts zurück. Als bei einem Bombenattentat ein Mädchen stirbt, hat FBI-Agent Elliot Ness (Kevin Costner) genug. Er will Capone fassen, muss aber feststellen, dass der inzwischen die ganze Stadt regiert. Unerwartete Hilfe erhält Ness vom Streifenpolizisten Malone (Sean Connery). Zusammen mit Hitzkopf Stone (Andy Garcia) und Buchhalter Wallace (Charles Martin Smith) ziehen „die Unbestechlichen“ gegen den mächtigen Syndikats-Boss zu Felde… Brian De Palmas brillante Gangstersaga bescherte Connery seinen einzigen Oscar. Legendär ist inzwischen der Showdown im Bahnhof: eine filmische Verbeugung vor Eisensteins Klassiker „Panzerkreuzer Potemkin“.
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