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28 Minuten
"" ist das Polit-Magazin bei ARTE, täglich frisch und frech aus Paris. Jede Sendung nimmt aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft unter die Lupe. Montags bis donnerstags moderiert von Élisabeth Quin, freitags und samstags von Renaud Dély. Moderation: Elisabeth Quin Kommentiert von: Benjamin Sportouch Anna N'Diaye Marie Bonnisseau Xavier Mauduit.
Können Hunde sprechen
Die Dokumentation "?" geht der Frage nach, wie vielschichtig die Kommunikation zwischen Haustieren und ihren Besitzern sein kann. Im Mittelpunkt steht ein neuer Trend, bei dem Hunde mithilfe eines Soundboards mit ihren Menschen in Austausch treten und so "sprechen". Social-Media-Hype oder Revolution in der Beziehung zwischen Mensch und Tier? Um dies herauszufinden, haben Forschende der University of California in San Diego eine breit angelegte Studie gestartet. Sie sammeln und analysieren Daten von Hundebesitzern aus 47 Ländern, um zu verstehen, wie die Vierbeiner Emotionen, Bedürfnisse und Umweltwahrnehmungen ausdrücken. Die Ergebnisse könnten tiefgreifende Veränderungen über gängige Vorstellungen von Intelligenz und Kommunikationsfähigkeiten von Tieren mit sich bringen. Manche Hunde beherrschen nachweislich Hunderte von Wörtern und interpretieren menschliche Körpersprache präziser als Schimpansen. Noch faszinierender ist, dass ihre Gehirne offenbar ähnlich wie beim Menschen Sprache in neuronalen Netzwerken verarbeiten und so Wortbedeutungen bildhaft erfassen. Sollten Hunde in der Lage sein, nicht nur ihre Bedürfnisse, sondern sogar abstrakte Konzepte sprachlich zu vermitteln? Mensch und Hund sind seit Jahrtausenden ein unzertrennliches Team – hat sich dadurch auch die Kommunikationsfähigkeit der Fellnasen weiterentwickelt? Die Wissenschaft ist davon nicht uneingeschränkt überzeugt. Vergangene Bemühungen, Tieren das Sprechen beizubringen, waren stets sehr umstritten. Viele sehen darin nur antrainiertes Verhalten. Doch können die Sprachbuttons möglicherweise den Weg zu einer tieferen Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeinern ebnen?
GEO Reportage
Es ist die Geschichte des berühmtesten und ältesten Bergsteigervereins der Dolomiten: Aquile di San Martino ("Adler von San Martino"). Ihren Namen bekam die Truppe einst für ihre außergewöhnliche Tapferkeit, ihren Mut und ihren großen Respekt vor den Bergen. Die Zuschauer lernen zwei Bergführer der Truppe kennen: Rocco, den ältesten und erfahrensten aktiven "Adler", und den jungen Livio, der in seiner letzten Phase der Bergführerausbildung ist und in einer Expedition, zusammen mit Rocco, diese letzte Hürde nimmt, bevor er auch ein "Adler" wird. Während einer herausfordernden Expedition an einer Extremwand des Gebirgszuges Pale di San Martino muss Rocco seine Kunden (die bereits gute Kletterer sind) die Wand hinaufführen und beschützen. Gleichzeitig muss Livio diese Expedition als letzten Test absolvieren, bevor er sich den Adlern von San Martino anschließt. Werden sie es alle schaffen?
Küchen der Welt
(1): Sartù di riso, Neapels Antwort auf Risotto Reis, Hackbällchen, Erbsen, Pecorino und Tomatensoße sind die Hauptzutaten für Sartù di riso. Für Maria Cacialli, die in Neapel eine Pizzeria namens ʺDie Tochter des Präsidentenʺ betreibt, ist der Reiskuchen eine Ode an ihre Heimatstadt. Vor Ort weiht sie Journalistin Clémence Fournival in das Rezept ein. Geograf Ernährungswissenschaftler Pierre Raffard untersucht die spanischen Einflüsse Neapels, die Beziehung des Sartù di riso zum Monzù-Stil und was es mit der italienischen Gestik auf sich hat. (2): Nostalgiegeschmack: Erminia, eine Neapolitanerin im Burgund Rentnerin Erminia stammt aus Neapel und lebt seit mehr als 70 Jahren mit ihrem Mann im französischen Burgund. Sie ist Mitglied im Partnerschaftsverein und kocht für ihre Mitstreiter eine neapolitanische Variante des Klassikers Pasta e fagioli – eine schmackhafte Erinnerung an ihre Heimatstadt und ein Ausdruck italienischer Herzlichkeit. (3): Ran an die Töpfe! Appetit bekommen? Hier gibt es ein einfaches Sartù-di-riso-Rezept, dass sich leicht nachkochen lässt. Also: Ab in die Küche! Rezept für Sartù di Riso Einen echten Sartù di Riso zuzubereiten ist nicht leicht ... aber es lohnt sich! Zutaten für eine Form mit 20 cm Durchmesser: – 500 g Risottoreis – 200 g Erbsen – 3 Eier – 150 g Mozzarella – 320 g Schweinerippchen – 700 g Rinderschälrippen – 2 Zwiebeln – 60 g Olivenöl – 700 g passierte Tomaten – 2 EL Tomatenmark -70 ml Rotwein – 300 ml Wasser – 200 g zuvor zubereitete Fleischbällchen – 60 g Parmesan – Salz und Pfeffer Zubereitung: – Die gehackten Zwiebeln bei schwacher Hitze dünsten und alle Fleischstücke einige Minuten anbraten. – Mit dem Wein ablöschen. Wenn der Alkohol vollständig verdunstet ist, Tomatenmark, passierte Tomaten, Wasser und eine Prise Salz dazugeben. – Das Ragù mindestens vier Stunden bei schwacher Hitze schmoren lassen. Während des Kochens ggf. Wasser nachgießen. Am Ende der Garzeit die Soße mit Salz und Pfeffer abschmecken; das Fleisch und etwas Soße beiseitestellen. – Den Reis bei schwacher Hitze in der Soße kochen, bis er gar ist und die Soße vollständig aufgesogen hat; bei Bedarf Wasser nachgießen. Abkühlen lassen. – Die Erbsen garen und zwei der Eier hartkochen. Das dritte Ei verquirlen; den Reis mit dem verquirlten Ei und 30 g Parmesan vermischen. -Eine Savarinform mit Öl ausstreichen und die Hälfte des Reises hineingeben. Die Erbsen, den in Stücke geschnittenen Mozzarella, die halbierten hartgekochten Eier und die Fleischbällchen darauf verteilen und mit dem restlichen Reis bedecken. – Mit Semmelbröseln und dem restlichen Parmesan bestreuen und 45 Minuten bei 180 Grad Celsius im Ofen backen. – Zehn Minuten abkühlen lassen, dann mit dem Fleisch und der restlichen Ragù-Soße servieren. Moderation: Pierre Raffard.
Stadt Land Kunst
Dédé Saint-Prix, der Barde von Martinique; Kasachstan: Viel besungenes Nomadenleben; Bretagne: Jakobsmuscheln und Andouille von Sandrine; Bayern: Die Abtei der Überlebenden. Dédé Saint-Prix, der Barde von Martinique Kasachstan: Viel besungenes Nomadenleben Bretagne: Jakobsmuscheln und Andouille von Sandrine Bayern: Die Abtei der Überlebenden (1): Dédé Saint-Prix, der Barde von Martinique Dédé Saint-Prix ist einer der beliebtesten Künstler auf Martinique. Er wurde 1953 auf der Insel geboren und erlangte 1983 dank seines Songs ʺPiblicitéʺ – Bekanntheit. Der Sänger, Autor und Komponist nahm über zwanzig Alben auf, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. In seiner Musik verbindet er verschiede Einflüsse und erweitert Tamburin, Ti Bwa und Bambusflöte um vielfältige Klangfarben, zu denen ihn auch seine Zusammenarbeit mit karibischen oder afrikanischen Künstlern inspirieren. Seit 40 Jahren analysiert der temperamentvolle Musiker in gewitzten kreolischen Texten gesellschaftliche Entwicklungen auf seiner Heimatinsel. (2): Kasachstan: Viel besungenes Nomadenleben In Kasachstan singen die Akyn über das Leben der Nomaden, die seit Jahrhunderten durch die Steppen reiten. Begleitet von der Dombra, einer zweisaitigen Laute, erinnern sie mit ihren Liedern an die ruhmreiche Geschichte des Landes und halten die kasachische Gesellschaft zusammen. Diese traditionelle Rolle wurde im 20. Jahrhundert auf eine harte Probe gestellt, als die Akyn für das Sowjetregime Loblieder auf den Sozialismus schreiben mussten. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 konnten die kasachischen Sänger an ihre Tradition anknüpfen und ihre Kunst mit zeitgenössischen Einflüssen weiterentwickeln. (3): Bretagne: Jakobsmuscheln und Andouille von Sandrine In Rennes kocht Sandrine eine Jakobsmuschelpfanne mit gebratener Andouille-Wurst. In etwas Butter brät sie ein paar Scheiben Andouille de Guémé und die Jakobsmuscheln goldbraun an. Den Bart der Muscheln wirft sie nicht etwa weg, sondern bereitet daraus zusammen mit Schalotten und Weißwein eine geschmackvolle Soße. Dazu serviert Sandrine ein Birnenfondue. Ein bretonisches Gericht, das Land und Meer perfekt verbindet! (4): Bayern: Die Abtei der Überlebenden Nicht weit von München befindet sich die Erzabtei St. Ottilien, in der Benediktinermönche wie in einem kleinen Dorf zusammenleben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Ort für Tausende Überlebende zum Symbol der Rückkehr ins Leben. Das erste Konzert nach der Befreiung glich einer Wiederauferstehung …
Stadt Land Kunst
Thessaloniki: Nikos Kokantzis' verlorene Liebe; Québec: Eishockey – König des Sports; Guatemala: Nohelias Festtagsragout; Rom: Zeit, halte inne. Thessaloniki: Nikos Kokantzis' verlorene Liebe Québec: Eishockey – König des Sports Guatemala: Nohelias Festtagsragout Rom: Zeit, halte inne! (1): Thessaloniki: Nìkos Kokàntzis' verlorene Liebe ʺGiocondaʺ erzählt die wahre Geschichte einer Liebe, die von den Nazis zerstört wurde. Das 1975 in Griechenland erschienene Werk wurde Jahrzehnte später ins Französische übersetzt und ist seither in den französischen Buchhandlungen ein Dauerbrenner. Der Autor Nìkos Kokàntzis, ein griechisch-orthodoxer Christ, verliebte sich 1942 als Jugendlicher unsterblich in seine gleichaltrige Nachbarin Gioconda, eine Jüdin. Doch Thessaloniki war damals von den Deutschen besetzt. In seiner autobiografischen Erzählung blickt Kokàntzis auf seine leidenschaftliche Liebe zurück, die in dieser gnadenlosen Zeit keine Zukunft hatte. (2): Québec: Eishockey – König des Sports In Montreal gibt von Oktober bis April der Eishockeysport den Ton an. Er existiert seit über 150 Jahren, 1994 wurde er sogar zum Nationalsport erklärt. Eishockey ist ein Gemeinschaftserlebnis für Millionen von Kanadierinnen und Kanadier. Im 20. Jahrhundert entdeckten Männer und Frauen aus Québec den aus Europa stammenden Sport für sich und machten ihn zu einer kanadischen Erfolgsgeschichte. Im Centre Bell von Montréal kommen die Fans zusammen, um das frankophone Team – die Canadiens – anzufeuern. (3): Guatemala: Nohelias Festtagsragout In Tecpán bereiten Nohelia und ihre Mutter Dolores ein traditionelles Festessen vor: Estofado. Zunächst zerstoßen sie auf einem alten Mahlstein Tomaten, Chilis, Paprika und Zwiebeln, um eine Soße herzustellen. Dann brät Nohelia Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch an, bedeckt es mit der Soße und fügt eine Dose Bier sowie eine kleine Flasche Cola hinzu – so wird das Fleisch besonders zart … (4): Rom: Zeit, halte inne! Am 14. Mai 1572 ertönte in Rom das ʺHabemus Papamʺ. Damals wurde Ugo Boncompagni (1502-1785) zum Papst gewählt und bekleidete das Amt fortan unter dem Namen Gregor XIII. Eine seiner wichtigsten Aufgaben war die Kalenderreform – eine ernste Angelegenheit, die gravierende Auswirkungen auf die ganze Welt haben sollte …
Italien und der Schwarze Tod
Siena im 14. Jahrhundert: eine aufblühende Metropole, die an wichtigen Handelsstraßen nach Mitteleuropa sowie am Pilgerweg nach Rom liegt. Die Stadt wird von einer bürgerlichen Regierung beherrscht. Ihre Bürger können voller Hoffnung in die Zukunft blicken – bis plötzlich die Pest ausbricht, der 30 bis 60 Prozent der Bevölkerung zum Opfer fallen, Schätzungen variieren. Diese Menschheitsseuche zeitigt große Verwerfungen in der Gesellschaft, denn der Schwarze Tod lässt viele Menschen verzweifeln. Städte werden entvölkert, jeder beargwöhnt jeden, ob von ihm eine tödliche Gefahr ausgeht. Kinder meiden ihre Eltern. Ganze Dörfer werden aufgegeben, und weite Landstriche werden – mangels Menschen, die sie bebauen – wieder zu wilder Natur. Der Meister gibt sein Wissen nicht mehr an den Lehrling weiter, der Erfahrungsschatz von Jahrhunderten geht verloren. Die soziale Ordnung bricht zusammen. Weniges bleibt, wie es war, nachdem Yersinia Pestis seinen Totentanz in Europa beendet hat. Mit der Chronik des Schuhmachers Agnolo di Tura liegt das Zeugnis eines Sienesen vor, der die Geschehnisse beim Ausbruch und Verlauf der Pest beobachten konnte und sie eindrücklich in seinem Tagebuch festgehalten hat. Schon Zeitgenossen di Turas fragten sich, woher diese Geißel Gottes wohl kam. Lange war der Ursprung unbekannt. Doch nun wurde in Skelettresten aus längst vergessenen Gräbern in Kirgisistan die DNA der frühesten nachgewiesenen Pesterreger gefunden – des Erregers, der jahrhundertelang Europa in Angst und Schrecken versetzte.
Zurück zu den Wurzeln – Alte Nutztierrassen in Italien
Schon mal von Bresse-Gauloise-Hühnern und Aspromonte-Ziegen gehört? Der italienische Züchter Rémi ist sicher: Die Zukunft gehört alten, robusten Haustierrassen. Auf dem Weg von Kalabrien in die Abruzzen trifft er Menschen, die sie vor dem Aussterben bewahren.
Re: Im Nachtzug von Ost nach West
Seit einigen Jahren erlebt der Nachtzug eine leise Renaissance. Zwischen Ost und West entsteht ein Netz, geprägt von Idealismus, wirtschaftlichem Risiko und wachsendem Druck, klimaschonender zu reisen. Michal Jaros (29), ein junger Steward aus Prag, schaute schon als Kind sehnsüchtig den Zügen hinterher. Inzwischen arbeitet er für das tschechische Bahn-Unternehmen ČD Night und fährt regelmäßig mit dem Nachtzug Canopus von Prag nach Zürich. ČD Night arbeitet in Kooperation mit der Deutschen Bahn, die 2016 alle ihre Nachtzüge als unrentabel abgestoßen hat. Michal und seine Kollegen blicken mit Idealismus in ihrem Glauben in die Zukunft der Nachtzüge. "Prag ist ein Knotenpunkt zwischen Ost und West", sagt er begeistert. "Unsere Züge verbinden Europa – das macht diesen Job so spannend". Gegen Abend erwacht der Bahnhof zum Leben: Nachtzüge rollen in alle Richtungen – nach Österreich, in die Ukraine, nach Polen und Richtung Norden nach Deutschland. Aber die unterschiedlichen nationalen Regelungen und die Verspätungen durch die Baustellen der Deutschen Bahn machen ihnen sehr zu schaffen. Europa brauche ein vereintes Netz an Nachtzugverbindungen und keinen Flickenteppich, meint Bernhard Knierim vom Bahnnetzwerk Back on Track. Er organisiert eine Pyjamademo in Berlin, bei der Menschen in Schlafanzügen mehr Schlafwagen und bezahlbare Nachtzugverbindungen fordern. Das Besondere an der Demo: Sie findet auf 20 Bahnhöfen in ganz Europa gleichzeitig statt. Ein Symbol! Auch in Malmö, Paris, Stockholm oder Lissabon fordern Menschen, dass Reisemöglichkeiten auf der Schiene ausbaut werden.
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